Bildungswirkungen kultureller Kinder- und Jugendarbeit

Ob im Tanz-Workshop, in der Schreibwerkstatt oder im Videoprojekt - die differenzierten Angebote der LKJ befähigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre handwerklichen, gestalterischen und künstlerischen Anlagen und Fähigkeiten zu entwickeln. Keineswegs beschränkt sich die kulturelle Jugendarbeit der LKJ dabei auf die reine Vermittlung künstlerischer Techniken.

Vielmehr bietet sie jungen Menschen auf diesen Wegen Gelegenheit, ihre Kreativität, Sensibilität und Spontaneität zu entwickeln. Mithilfe künstlerischer Ausdrucksformen und Medien setzen diese sich aktiv mit gesellschaftlichen Fragen auseinander und finden Möglichkeiten, eigene Ideen und Meinungen auszudrücken. Daneben vermittelt die gemeinsame Beschäftigung junger Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft mit einem Thema oder in einem Projekt vielfältige soziale und kommunikative Fähigkeiten. Aufeinander zu achten, sich zu konzentrieren, zu kooperieren, etwas selber auszuprobieren und Geduld zu haben, sind nur einige Beispiele. Hinzu kommen zahlreiche individuelle Bildungseffekte: »Jedes Kind und jeder Jugendliche verarbeitet die Anregungen eines Angebots in seinem persönlichen und ganz besonderen Eigen-Sinn« (Lindner, S. 11). Dies belegt die erste umfassende Evaluation der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen, die Dr. Werner Lindner im Jahr 2002 durchführte. Demnach eröffnet Jugendkulturarbeit Bildungszugänge, mit denen Kinder und Jugendlichen in ihren sonstigen Aktionsräumen wie der Schule weniger oder überhaupt nicht in Berührung kommen. Dass die in Kunst- und Kulturangeboten erworbenen Bildungsimpulse ihre Wirkung auch in anderen Handlungs- und Lebensbereichen entfalten, ist ein weiterer Beleg für die zukunftsweisende Bedeutung dieser Form der Jugendarbeit. »… die kulturelle Kinder- und Jugendarbeit (ist) eine der wenigen gesellschaftlichen Instanzen (…), die es erlauben, die essentielle Freiheit der Bildung gegen alle Funktionalisierungen wirklich ernst zu nehmen, und die deshalb für umfassende Bildungsmaßnahmen in besonderem Maße geeignet ist« (Lindner, S. 83)
 
Kulturelle Jugendarbeit ...
… kann Aufgaben stellen, die herausfordern und gleichzeitig die Freiheit garantieren, dass jeder für sich entscheiden kann, ob und wie er diese Herausforderungen annehmen und wie er ihnen gerecht werden will

… versteht Bildung als persönliche, soziale und subjektgebundene Bildung, die wirklich offen ist, weil nur die eigenen Fragen und Lösungen zählen

… erreicht die eigenaktive Organisation von Erfahrungen und Erkenntnissen

… ermöglicht, Kinder und Jugendliche in Offenheit und auf der Basis einer vorbehaltlosen Anerkennung zur maximalen Selbst-Entfaltung anzuregen, so dass diese auf der Höhe ihrer Möglichkeiten bleiben

… ermutigt dazu, Neues auszuprobieren und die Verwirklichung bislang blockierter oder verschütteter Optionen anzugehen, so dass sich ungeahnte Erfolge einstellen