Definition kultureller Kinder- und Jugendarbeit

16-Jährige drehen einen Spielfilm über den Umgang mit Behinderungen, eine Mädchengruppe studiert ein Theaterstück über Alkoholkonsum ein, türkische und deutsche Jugendliche rappen gemeinsam gegen Gewalt, Kinder schreiben über die Mythen und Sagen ihrer Stadt und bewerben sich als Kinderstadtschreiber.

So unterschiedlich diese Beispiele sind, machen sie auf den ersten Blick die Grundzüge der kulturellen Jugendarbeit im Rahmen der LKJ deutlich. Es handelt sich um kreative Freizeitgestaltung - und geht doch weit darüber hinaus. Jugendkulturarbeit bietet einen Aktionsrahmen, in dem Kinder und Jugendliche die Chance haben, ihre Alltags- und Lebenserfahrungen aktiv einzubringen und mit künstlerischen Medien und ästhetischen Handlungsformen umzusetzen. Damit leistet kulturelle Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag zur individuellen und sozialen Entwicklung junger Menschen. Sie stärkt die kulturelle Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität. Sie befähigt und ermutigt, eigene Standpunkte zu bestimmen und auch zu vertreten. Sie regt zur gesellschaftlichen Mitverantwortung an. Und vermittelt dabei Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz, die für die weitere private und berufliche Lebensplanung hilfreich sind. Kurz: Kulturelle Jugendarbeit spielt eine wesentliche Rolle für die Sinnfindung und gesellschaftliche Standortbestimmung junger Menschen.

Gerade heute ist kulturelle Jugendarbeit wichtiger denn je. In Zeiten, die geprägt sind von sozialen Umbrüchen und zunehmend unsicheren Zukunftsperspektiven gerade für die junge Generation. In Zeiten, in denen die Ansprüche an die (Aus-)Bildung junger Menschen steigen, rückt dieser Bereich der Jugendarbeit an eine entscheidende Position. Damit wachsen die gesellschaftlichen Anforderungen an eine zeitgemäße Jugend- und Kulturarbeit. So müssen die Träger kultureller Jugendarbeit flexibel und zeitnah auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und geeignete Bildungsangebote bereitstellen, die auf die Interessen und Bedürfnisse ihrer jungen Zielgruppen zugeschnitten sind und diesen - nicht zuletzt - »Spaß machen«. Denn was für Jugendarbeit im Allgemeinen gilt, trifft natürlich auch auf die kulturelle Jugendarbeit zu: Sie ist nur dann wirklich gut, wenn sie die Jugendlichen tatsächlich erreicht. Dass dies der LKJ ganz überwiegend gelingt, zeigen nicht nur die Rückmeldungen der Teilnehmer, sondern auch die Ergebnisse des Wirksamkeitsdialoges.

Gleichzeitig gilt es, einer hohen Verantwortung im Rahmen des Bildungsauftrags gerecht zu werden, denn Jugendkulturarbeit ist ein wichtiger Baustein in der Kinder- und Jugendförderungspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Bestandteil einer emanzipatorischen und innovativen Jugendarbeit haben ihre Angebote den gesetzlich verankerten Erfordernissen von Partizipation, Integration, Prävention und Emanzipation zu entsprechen.